Quo vadis Felsenkeller?

Bild: ildiko Sebestyen Photographie

Kulturelle Umnutzungsvarianten für das ehemalige Ballhaus. Von Moritz Arand

Als Juni letzten Jahres Pläne bekannt wurden, den Felsenkeller einer Nutzung durch Einzelhandel und Gastronomie zugänglich zu machen, regte sich Widerstand, der in einer Kundgebung zum damaligen Westbesuch seinen Ausdruck fand. Die Nutzung sollte, so Ingo Seidemann (Dr. Seidemann & Graw Projektentwicklungs GmbH), der Lage und den architektonischen Besonderheiten des Objekts gerecht werden und sowohl der jetzigen Entwicklungsstufe als auch den Herausforderungen des Stadtteils entsprechen. „Um eine wirtschaftlich realisierbare Chance zu schaffen, den Felsenkeller einer tragfähigen Nutzung zuzuführen, wurde seitens der Projektentwicklungs GmbH nach einer alternativen, wirtschaftlich realistischen Nutzung gesucht, die auch den Möglichkeiten und Gegebenheiten des einzigartigen Standortes Rechnung tragen sollen“, so Seidemann damals.
Nachdem sich die Wogen des Protests gelegt hatten und es wieder stiller wurde, sickerte im April die Information durch, dass die Immobilie am Eingang des Karl-Heine-Boulevards nun doch kulturell genutzt werden soll.

Eigentümer und Projektentwickler des Felsenkellers hatten ihre Bereitschaft signalisiert, dem Theaterzentrum für die freie Szene eine neues Zuhause zu geben. Durch den langfristigen Mietvertrag, der durch die Stadt gedeckt werden würde, könnte auch die Teilsanierung bezahlt werden. Die Vorleistungen seien bislang seitens des Felsenkellers erbracht, nur ein Signal der Freien Szene und der Verwaltung stehe noch aus. Aber auch ohne Theaterzentrum wird der Felsenkeller kulturell genutzt werden, so Seidemann gegenüber 3VIERTEL. Eine zweite Variante wäre die Nutzung als Veranstaltungsstätte mit Kaffee, Gastronomie und kleineren Kinosälen im Vordergebäude. Auf dem hinteren Grundstück könnte ein Neubau für Handel entstehen.

Um die Veranstaltungsstätte realisieren zu können, muss vor allem etwas in Sachen Brandschutz getan werden. 2012 wurde der Felsenkeller aufgrund der massiven brandschutztechnischen Mängel baupolizeilich geschlossen. Ebenso muss die Grundsatzfrage zum Denkmalschutz geklärt werden.
Der urbane Garten Annalinde braucht sich im Zuge der Entwicklungen keine Sorgen zu machen. Das in städtischer Liegenschaft befindliche Grundstück ist nicht für eine Bebauung ausgeschrieben, so Heinrich Neu (Abteilungsleiter der Planungsabteilung West). Allerdings könnten im Falle einer Nutzung des alten Felsenkellers, kleinere Änderungen ins Haus stehen, so Neu weiter. Das Gewölbe stehe seit Jahren leer und bedürfe dringend einer öffentlichen Ausschreibung, um es vor dem völligen Verfall zu retten. Die nötigen Stellplätze, die im Zuge der Nutzung des alten Felsenkellers entstehen müssten, könnten nur von der Felsenkellerstraße aus zugänglich sein, so dass Annalinde einen Teil der Fläche abgeben müsste, im Gegenzug aber einen Teil der angrenzenden Bibliotheksfläche bekommen würde.

Ein Antrag auf die Einleitung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans für den Felsenkeller wird vom Stadtplanungsamt prinzipiell begrüßt. Da es sich jedoch hierbei um eine politische und öffentliche Entscheidung handelt, in deren Zuge das Projekt der Öffentlichkeit präsentiert werden muss, wird ein Beschluss des Stadtrats noch auf sich warten lassen. Erst nach der öffentlichen Debatte kann eine Entscheidung gefällt werden.
...
TERMINE Weltnest

OFFICE

3VIERTEL
Merseburger Straße 33
04177 Leipzig

KONTAKT

Tel.: 0341 . 33 11 774
E-Mail: info@3viertel.info

FOLGE UNS

fb twitter
Startseite . Kontakt . Impressum . Nutzungsbedingungen & Datenschutz