Im Tanz verbunden

Bild: Helene Eriksen

Das Projekt „TanzKultur – KulturDialog“ lädt zum grenzüberschreitenden Beineschwingen.

Von Laura Bierau

„Leipzig ist tolerant, vielseitig, international vernetzt und seinen Einwohnern und Besuchern – egal woher – in der Welt freundlich verbunden.“ So steht es auf einem großformatigen Banner an einer Fassade in der Odermannstraße. Ein wichtiges Statement der Stadt – gerade an diesem Ort, direkt gegenüber des NPD-„Bürgerbüros“. Doch in der Realität, im Alltag, gibt es zwischen Einheimischen und Menschen mit Migrationshintergrund noch häufig Berührungsängste und nicht wenige Vorurteile. In Leipzig bemühen sich zahlreiche Vereine, solche „Grenzen im Kopf“ aufzubrechen und einen Austausch zwischen den Kulturen zu ermöglichen.

Im Projekt „TanzKultur – KulturDialog“, organisiert vom eurient e.V., sollte dies auf spezielle Weise verwirklicht werden: mit tänzerischer Leichtigkeit. In mehreren Workshops konnten Kreis- und Reihentänze aus Albanien und Bulgarien, Roma-Tänze aus Mazedonien, die syrische Dabke oder die spanische Sevillana gemeinsam mit Lehrern aus den jeweiligen Ländern erlernt werden. Dazu gab es Vorträge, die Geschichte und Bräuche der Herkunftsländer näherbrachten. Die Organisatorin Katrin Rudloff freute sich über die rege Teilnahme von Tanzbegeisterten. Das erklärte Ziel, auch möglichst viele Migranten anzusprechen, um so einen größeren interkulturellen Dialog herzustellen, konnte jedoch nur ansatzweise erreicht werden: „Obwohl wir viele verschiedene Vereine und Netzwerke kontaktiert haben, gab es kaum nicht-deutsche Teilnehmer. Zukünftig wollen wir direkter mit Migranten in Kontakt treten, das braucht mehr Zeit“, so Katrin Rudloff.

Genussvolle Verbindung

Dabei ist der Tanz sehr gut als barrierefreie Sprache geeignet, um miteinander in Kontakt zu treten. „Folkloretänze haben die Besonderheit, dass sie auf Alltagshandlungen verweisen. Dadurch können kulturelle Eigenarten, aber auch Gemeinsamkeiten transportiert und kennengelernt werden“, erklärt die Tanzpädagogin Katrin Rudloff. Für sie war es ein großer Erfolg, dass das Projekt vorrangig durch Spenden und unentgeltliches Engagement ermöglicht wurde: „Das hat mich mit vielen neuen Menschen, die meine Leidenschaft zum Volkstanz teilen, zusammengebracht. Wir wollen das Projekt auf jeden Fall weiterführen!“.

Zum Projektabschluss zeigen die Tänzer in einer öffentlichen Präsentation am 10. und 11. Mai im Neuen Schauspiel Leipzig, was sie in den Workshops gelernt haben. Dazu werden die professionellen Tanzlehrer, wie die aus Bulgarien stammende Rumjana Michalkowa mit dem Schipka-Ensemble, in ferne Welten entführen. Anschließend lädt die Berliner Tanzprojektgruppe Anar Dana, geleitet von der amerikanischen Tanzethnologin Helene Eriksen, zu einer Reise quer durch die Kulturen ein. Zuvor jedoch, bereits am 1. Mai, gibt es, ebenfalls im Neuen Schauspiel, noch ein besonderes Highlight: Das Tanz-Dinner mit der Band Balinka, bei dem wie auf einer großen Roma-Hochzeit an einer langen Tafel gespeist, getanzt und getrunken wird – mit genussvollen Einlagen aus Indien, dem Balkan, Polen und Russland.

www.tanzkultur.eurient.info
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